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Die mentale Innovation: Werte und Einstellungen öko-fairer UnternehmerInnen

Hofielen, G. (2018): Die mentale Innovation: Werte und Einstellungen öko-fairer UnternehmerInnen. - IASS Discussion Paper, Februar 2018.
DOI: http://doi.org/10.2312/iass.2018.004


http://publications.iass-potsdam.de/pubman/item/escidoc:3026900
Resources

IASS_Discussion_Paper_3026900.pdf
(Publisher version), 2MB

IASS-Authors
http://publications.iass-potsdam.de/cone/persons/resource/396

Hofielen ,  Gerd
IASS Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam;

Abstract
Bei der Realisierung einer nachhaltigen Lebensweise kommt der Wirtschaft zentrale Bedeutung zu. Dies umfasst sowohl die Entwicklung eines entsprechenden regulatorischen Rahmens als auch die Förderung und Etablierung nachhaltiger Unternehmenspraktiken, die ökologische und soziale Be-lange integrieren. Branchenübergreifend ist dabei eine Auseinandersetzung zwischen ökofairem und konventionellem Wirtschaften zu beobachten, von der Agrarwirtschaft, über Chemie und Automo-bilindustrie, bis zur Energiewirtschaft – um die besonders umstrittenen Branchen zu nennen. In Wis-senschaft und Öffentlichkeit wird über die Machbarkeit von ökofairem Wirtschaften im Wettbewerb mit vorrangig profitgetriebenen Konkurrenten diskutiert, wobei der Fokus meist auf einer Analyse der Geschäftspraktiken liegt. Der vorliegende Artikel wendet sich dem bisher meist wenig beleuchte-ten Aspekt der mentalen Voraussetzungen öko-fairen Wirtschaftens zu und beschäftigt sich mit der Frage, welche Einstellungen und Werten den Entscheidungen von ökofairen UnternehmerInnen vorausgehen und diese prägend beeinflussen. Dabei zeigt die Auswertung von 35 qualitativen Interviews mit GeschäftsführerInnen und InhaberIn-nen ökofairer Betriebe, dass sie – unterschiedlich ausgeprägt - Verantwortung übernehmen für die Belange aller Berührungsgruppen ihres Unternehmens, von KundInnen, über MitarbeiterInnen, Lie-ferantInnen, das lokale Umfeld, die Gesellschaft und die Natur. Sie definieren Nachhaltigkeit als zukunftsorientiertes Konzept für die Wirtschaft. Ihre Anstrengungen für nachhaltige Unternehmens-praxis werden von vielen nicht als Belastung empfunden, sondern erfüllen sie mit Freude. Unter-nehmensintern leben sie es vor, setzen die Ressourcen des Unternehmens dafür ein und verstetigen den Kurs mit Regelwerken, Nachhaltigkeitsberichten und Managementsystemen. Die Vorteile des ökofairen Wirtschaftens werden aus den Angaben der Befragten deutlich. Diese Unternehmen führen den lebenden Beweis, dass eine werte-orientierte, ethisch motivierte Wirtschaftspraxis im Wettbe-werb bestehen kann. Im Anschluss an die Darstellung der Interview-Ergebnisse werden die Stufen der Entwicklung des Bewusstseins, die in der Studie erkennbar wurden, nachgezeichnet und mit dem Konzept des Homo Oeconomicus verglichen. Es wird argumentiert, dass es erforderlich ist, das Verständnis des Homo Oeconomicus zu überwinden, um die ökologischen und sozialen Herausforderungen des Anthropo-zäns bewältigen zu können. Die Weiterentwicklung der ethischen Reife der Menschheit wird als die grundlegende Voraussetzung der Veränderung beschrieben. Danach werden die Möglichkeiten der Verbreitung von fortschrittlichen Denkformen in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat erörtert und es wird eine Perspektive zur Veränderung aufgezeigt, die in Ansätzen bereits existiert.